Die Goldwäscherei im Schwarzatal

Die Wiederaufnahmeversuche der Goldgewinnung 1687

  • Außer den Goldwäschereien im Schwarzatale mutet der Rentereiverwalter Rebhun im Jahre 1685 noch das alte Goldbergwerk auf dem Tännichshaupte, dem gräflichen Stammhause Schwarzburg gegenüber, unter dem Namen "Gottesgabe" an dem sich auch der Graf von Schwarzburg beteiligen will.

  • Im Jahre 1665 bleibt die Goldwäscherei im Schwarzatale stille liegen und im Jahre 1687 bittet der Goldwäscher Hans Weniger den Grafen," ... da die Goldwäscherei nun schon zwei Jahre ruhe, außer landes gehen und seine Kunst anderswo ausüben zu dürfen": man gibt ihm aber inzwischen wohl anderweitigen Lebensunterhalt, denn später übt er wieder seine Goldwäschereitätigkeit an der Schwarza aus.

  • Ob die vom Grafen Anton Günther von Schwarzburg im Quartal Reminiscere 1619 für 16 Taler erkauften 2 Lot Gold aus dem Leutenberger Zehnt aus Schwarza-Goldseifen oder aus dem Bereiche des Leutenberger Bergamtsreviers stammen, läßt Sich nicht feststellen.

  • Interessant sind die Mitteilungen des Goldwäschers Hans Weniger im Februar 1692 über einen neuen aussichtsvollen Punkt für die Goldwäscherei.
    Er baut das neue Waschwerk auf dem Trockenen an einem Hügel, "... wo nach der Vorfahren Bericht ein alter Goldstrich einstreichen soll." (vermutlich auf einer Diluvialterrasse zwischen Bad Blankenburg und Schwarza am rechten Schwarzaufer).
    In der Folge schildert Weniger diesen Punkt als den besten und aussichtsreichsten der Gegend, er glaubt wöchentlich zum wenigsten 1 Loth Gold liefern zu können.
    Im April 1695 bittet er um weitere größere Vorschüsse, um das Werk ordentlich bauen zu können "... wovor ich auch durch Gottes Gnade mit lauterem Golde zu bezahlen verhoffe."

  • Nachdem schon früher seitens der Renterei Holz zum Baue und Abfindung für die hergabe von Land an die Grundeigentümer bezahlt worden war, wurden an Weniger 1695 noch 50 Taler bar gewährt, allerdings gegen verschreibung eines ihm gehörigen Ackers.
    "Da Hanß Weniger, Goldwäscher von Schwarza, von seiner Meinung nicht abzubringen ist, sondern fest darauf besteht, ein uff viel Jahre nachhaltendes, gnädigster Herrschaft sehr nützliches Waschwerk an dem angegebenem Orte anzurichten", so rät zuletzt auch der Berghauptmann von Bielen 1695 der Gräflichen Kammer zu Rudolstadt, weniger mit Geld und Holz usw. reichlich zu unterstützen, ihn aber anzutreiben, daß er dem Goldwaschen fleißig obliegen sollte. Über den Erfolg ist aus den Akten nichts zu ersehen.

  • Die Akten schweigen dann bis zum Jahre 1707.
    In diesem Jahre erhält Friedrich Ehle von Schwarza, ein Sohn des vormaligen Goldwäschers Hans Ehle, die Erlaubnis in der Schwarza Gold zu waschen.

  • In den Jahren 1710 - 1715 versucht Bergrat Johann Jakob Scheller in Rudolstadt, die beiden auf anstehenden Goldvorkommen (Rhizoden) schon im Mittelalter betriebenen Goldzechen "Güldene Kirche" bei Glasbach und "Güldenes Kleeblatt" bei Unterweißbach, deren alte mit Schlägel und Eisen getriebene Stollen noch heute vorhanden sind, wieder zu erheben, ohne indessen neue Aufschlüsse zu schaffen.

  • Eine etwas regere Tätigkeit setzt dann vom Jahre 1740 ab wieder ein. Am 11. August 1740 berichtet Ludwig Speerschneider: "Er habe das Ufer des Schwarzaflusses unweit Sizzendorf visitiert und allenthalben durch die Sicherung Gold gefunden. Hierauf habe er die verfertigte Maschine nach Sitzendorf transportiert und sei jetzt mit der Aufstellung fertig, habe auch 2 Tage mit 4 Personen gewaschen und in dem erhaltenen Schlich ziemlich Gold wahrgenommen, das aber sehr subtil und ohne eine Quickmühle und ohne Beihülfe des Mercurii vivi nicht in die Euge gebracht werden kann."

    Der Steiger Ernecke und der Bergmann Martin Eser, beide aus Oberhayn, reichen im Frühjahr 1742 2 1/2 Quent probeweise gewaschenen Goldes ein und bitten um Verleihung einer Konzession und Vorschuß.
    Am 18. Mai 1742 wird ihnen die Konzession erteilt:

  • 1. zwischen Mellenbach und Glasbach und
  • 2. vom Forsthaus zu Sitzendorf bis an den Blechhammer gegen Anrechnung von 9 Taler 6 Gr. vor jedes Lot Gold und quartaliter 16 Gr. Quatembergelder ( Das Gold ist der Fürstl. Kammer einzureichen).

  • Am 6. Mai 1747 gibt der Bergarbeiter Eser, an die Abgabe der Quatembergelder erinnert, an, seit zwei Jahren könne er nicht mehr arbeiten, da das wilde Gewässer und Überschwemmung seine Einrichtung verdorben habe. Ernecke sei längst nach dem Harz gewandert.
    Er bittet, ihn mit der Forderung zu verschonen, zumal sie beide zusammen doch über 100 Taler an Gold geliefert hätten. Er wolle nicht in Abrede stellen, wenn die Onera abgenommen würden, das Werk nochmal in Betrieb kommen könne, jedoch zur Vorrichtung 4-5 Wochen nötig sein würden. Am 19. Juni 1747 erklärt sich Eser bereit, das Werk schon wieder in Stand bringen zu wollen, "... sobald das Flößholz weg wäre, er wolle auch das wenige vorrätige Gold, so er noch bei sich hätte, nebst dem, was er zu bekommenn hoffe, mit zur Stelle bringen, müsse aber erst den Grieß wegräumen".

  • 1750 wird er wiederum wegen Schulden vorgenommen:
    a) wegen der Goldwäscherei, die er inzwischen wieder eingerichtet hatte und
    b) wegen Schulden an die Katzhütter Eisenhütte, die er seiner Eisensteingrube "mit Gott gewagt" an der Kaiserkuppe bei Oberhain halber hatte.
    Wegen der Eisensteingrube erklärt er, "... daß die Gänge da schmal und trümerig seien und sehr wassernötig und die Arbeit schwer sei".
    Die Katzhütter Eisenhütte könnte den Eisenstein seiner Grube nicht entbehren, weil der selbe sehr eisenreich, flüssig und zum Gußwerke vortrefflich zu gebrauchen sei.
    Schließlich wird ihm die allmähliche Abzahlung seiner Schulden genehmigt.
  • Hess von Wichdorff



    Hier kann man selbst Gold waschen.


    2002